Wundversorgung
Wundversorgung: Was Salben, Gele und Öle unterscheidet
Wundversorgung ist ein weites Feld. Es reicht vom Kratzer nach der Gartenarbeit bis zur Wunde, um die sich eine Ärztin oder ein Arzt kümmert. Genau deshalb stehen in dieser Kategorie Produkte, die rechtlich in ganz verschiedene Gruppen fallen: Kosmetik, Lebensmittel und Produkte mit eigener Einstufung als Medizinprodukt. Wir sortieren das hier, damit du nicht raten musst.
Erst reinigen, dann entscheiden: was zur Wundversorgung gehört
Am Anfang steht die Wundreinigung, und die braucht zunächst nichts als sauberes, fließendes Wasser und saubere Hände. Fremdkörper, die sich nicht von selbst ausspülen, sind kein Fall für Experimente. Tiefe, stark blutende oder stark verschmutzte Wunden, Bisse und Wunden, die nach einigen Tagen nicht besser aussehen, gehören in ärztliche Hände, auch wenn zu Hause ein Gel oder eine Salbe im Schrank steht. Dasselbe gilt für chronische Wunden, so nennen Fachleute Wunden, die über Wochen offen bleiben: Sie brauchen ärztliche oder pflegerische Betreuung und kein Produkt aus dem Regal. Bei minor wounds, also kleinen Alltagsverletzungen wie Kratzern und Schürfwunden, sind Wasser, eine saubere Abdeckung und etwas Geduld meist der Kern der Versorgung.
Wunddesinfektion, Wundauflage, Pflege: drei Bereiche mit eigenen Regeln
Die Wunddesinfektion ist rechtlich ein Sonderfall: Mittel, die Keime abtöten sollen, sind je nach Auslobung Arzneimittel oder Biozidprodukte und brauchen eine Zulassung. Für Biozide gilt der gesetzliche Hinweis: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Auch die moderne Wundbehandlung, also Wundauflagen und Spüllösungen, die Fachleute gezielt auswählen, ist ein Feld für Medizinprodukte mit CE-Kennzeichnung. Erlaubt ist dort nur, was in der Zweckbestimmung des Herstellers steht. Pflegeprodukte dagegen sind Kosmetik: Sie pflegen intakte Haut.
Verbandsmaterial wie Pflaster, Mullbinden und Kompressen führen wir derzeit nicht. Wer Wundschutz im Sinne einer Abdeckung sucht, findet ihn in der Apotheke oder im Verbandkasten.
Salben, Gele, Pflegeöle und Honig: was bei uns im Regal steht
Salben gibt es von Löwen-Manufactur und Bergland, Gele von Hübner und Regeno, Letzteres als Sprühgel. Pflegeöle kommen ebenfalls von Löwen-Manufactur und Bergland und setzen auf Pflanzenöle und Pflanzenauszüge wie Wildrose, Immortelle, Lavendel und Rose. Dazu kommt Bio-Hamameliswasser von Primavera, Pflanzentropfen von Doc Nature's und Honig von Manuka Health.
Pflanzliche Wundversorgung ist ein häufiger Suchbegriff, hinter dem sehr unterschiedliche Produkte stehen. Ob Pflegeöl, Hamameliswasser oder Salbe: Was ein Artikel leisten darf, steht in seiner Kennzeichnung und nicht in der Pflanze, aus der er stammt. Beim Honig lohnt der Blick aufs Etikett besonders: Speisehonig ist ein Lebensmittel, Wundhonig ein eigens aufbereitetes Produkt mit eigener Kennzeichnung, und beides ist nicht austauschbar.
Worauf du beim Kauf und bei der Anwendung achtest
Hautregeneration und Wundheilung fördern gehören zu den Suchanfragen, die uns oft erreichen. Die Haut erneuert sich selbst; was ein kosmetisches Öl oder ein Hamameliswasser dazu sagen darf, regelt allein das Kosmetikrecht, und ob ein Medizinprodukt eine geprüfte Zweckbestimmung hat, steht ausschließlich in seiner Kennzeichnung.
- Kosmetik gehört auf intakte Haut, auf offene Wunden nur, wenn die Gebrauchsinformation das ausdrücklich vorsieht.
- Öle und Salben mit ätherischen Ölen können empfindliche Haut reizen, deshalb vorher an einer kleinen Stelle testen.
- Das Töpfchen-Symbol auf Tiegeln und Flaschen zeigt, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen verwendet werden kann.
Du bist unsicher, zu welcher Produktart ein Artikel gehört? Schreib uns, wir lesen gern mit dir die Kennzeichnung durch.